Schokoladenverschmiert

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 Mit mit schlafwandlerischer Sicherheit öffne ich das Nutella Glas.
Ich tauche meine Finger ein. Herrlich süße Schokolade.
Mein Mund nun denn auch süß verziert, genieß‘ ich die Schokolade,
und bin irgendwie – Schokoladenverschmiert.

Schokoladenverschmiert laufe ich schlaftrunken
durch die rabenschwarze Nacht in meinen heimischen Quartier.

Kein Lichtlein brennt dort in der Stille, doch ich finde
mein Bett auch so, tastend an den Wänden entlang, Schokokoladenverschmiert.

Schokoladenverschmiert schlaf‘ ich dann ein und werde begleitet von entzückenden Träumen.

 Hm, irgendetwas babbt – Schokokoladenverschmiert.

Unterwegs – Öfter mal genauer hinsehen

Diese Galerie enthält 24 Fotos.

Ursprünglich veröffentlicht auf Candy Bukowski:
Fototouren haben hier ja ein wenig Tradition. Es geht darum genauer hinzusehen, anders zu schauen, mehr zu entdecken. Dafür ist der Blick durch eine Kamera hilfreich. Und zu zweit macht es eindeutig mehr Spaß. Früher war ich mit Kerl unterwegs, zwischenzeitlich habe ich Töchterchen auf den Geschmack gebracht…

Die rote Spur einer Ehe

Es hatte alles ganz unspektakulär begonnen. Hannes Schneider hatte auf einer Bank gesessen, vertieft in seine Lektüre, als sie plötzlich wie aus dem Nichts an ihm vorbei lief. Ihr langes, rotblondes Haar flog im Wechsel von rechts nach links und verband sich farblich fast mit der Sonne, die hoch am Firmament stand, so dass sie ihm wie eine Sonnenkönigin vorkam. Seine Aufmerksamkeit war sofort geweckt und er kam nicht umhin, ihr nach zu schauen.

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Als hätte sie seine Blicke gespürt, blieb sie stehen, drehte sich langsam um, ging lächelnd auf ihn zu und ehe sich Hannes versah, wurde er in ein harmloses Gespräch verwickelt.

Die Mittagssonne verzog sich dezent und machte der beginnenden Abenddämmerung Platz. Hannes klebte förmlich an den Lippen seiner charmanten Gesprächspartnerin. Ihren klangvollen Namen, Marlene de Lübbel, ließ er sich genüsslich auf der Zunge zergehen, als würde er zart schmelzenden, süßen Honig kosten.

Im Laufe des Abends erfuhr er, dass sie sich für Sport begeisterte und einen Sinn für Humor hatte. Alles an ihr löste in Hannes ein totales Entzücken aus.

Nach dieser schicksalhaften Begegnung verabredete Hannes sich weiterhin mit Marlene zu einigen romantischen Dates. Hand in Hand schlenderte er mit ihr durch die schöne Altstadt oder stibitzte ihr manchmal den einen oder anderen kleinen Stern am Himmel.

Seiner Arbeit, Möbel zu bauen, ging er weiterhin sehr gewissenhaft nach. Schließlich war es eine Familientradition und der Name Schneider&Schneider hatte sich einen guten Namen gemacht. Die Freude, Marlene öfter sehen zu können, ließ ihm die Arbeit fast schwerelos von der Hand gehen und so lächelte er in sich hinein, als sie zustimmte, ihn am Abend in Ava’s romantischen Cafe zu treffen.

Hannes erschien pünktlich und gewissenhaft wie er war, sogar noch ein wenig vor der verabredeten Zeit und ließ sich einen Tisch zuweisen. Und während er einen Blick auf die Karte warf, kreisten seine Gedanken unaufhörlich um sie. Doch Marlene ließ sich nicht blicken. Und über ihr Handy erreichte er sie auch nicht.

Mittlerweile hatte er seinen Kaffee schwindlig gerührt und dieser schwappte, inzwischen kalt geworden, ein wenig auf die schöne Tischdecke über. Er nahm einen Schluck und versuchte, sich abzulenken, indem er seine Tageszeitung las, oder besser gesagt, so tat als ob. Nie wäre er auf den Gedanken gekommen, sich mehrere Getränke innerhalb von zwei Stunden zu bestellen, da er es als unnötige Geldausgabe betrachtet hätte. Langsam wurde er ein wenig missmutig und überlegte schon zu gehen, als plötzlich ein elektrisches Knistern in der Luft lag.

Er schaute auf und erblickte sie in der Türe. Wunderschön! Sein Blick heftete sich an ihr Lächeln und ließ sie nicht los. Aus den Augenwinkeln heraus bemerkte er, dass sich auch die anderen Gäste sofort nach ihr umschauten.

Als sie dann auf ihn zuging und sich zu ihm setzte, war Hannes mit Stolz erfüllt. Die anderen Anwesenden waren nur Zaungäste. Aber er war der Mann an der Seite dieses schönen und anmutigen Geschöpfes.

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 @Stern der Nacht

Die rote Spur einer Ehe – Kapitel 2

Nicht lange danach lud er sie zum ersten Mal zu sich nach Hause ein. Achtlos, wie es ihm schien, ging Marlene an dem schönen Blumenbeet, welches den Eingang zierte, vorbei. Er nahm ihre unzufriedenen Blicke wahr, als sie sich in dem kleinen Häuschen umschaute, das er vorwiegend mit dunklen, schweren Mahagoni Möbeln eingerichtet hatte. Im Wohnzimmer hingen Bilder von Caspar David Friedrich, welche das ohnehin schon düstere Wohnbild stimmungsvoll untermalten.

Hannes nahm ihre Hand und als sie ihn dann anstrahlte und ihm voller Enthusiasmus von ihrer neuen Joggingstrecke erzählte, war es wieder einmal um ihn geschehen. Er war einfach verzaubert von ihr. Gelegentliche traurige Gedanken verpufften sofort, wenn er in ihre unbekümmerten, fröhlichen Augen sah und ihr schönes, melodiöses Lachen ihm ganz alleine gehörte.

Den Abend ließ Hannes mit einem kleinen Tanz ausklingen, bevor er sie nach Hause brachte.

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@ Stern der Nacht

Die rote Spur einer Ehe – Kapitel 3

Hannes Schneider war überglücklich als sie binnen kurzer Zeit seinen Heiratsantrag annahm. Romantisch und vor allem ordnungsliebend wie er war, hielt er nicht etwa in seinem gemütlichen Wohnzimmer um ihre Hand an, sondern an dem magischen Ort, wo sie sich zum ersten Mal begegnet waren. Es gab wohl keinen glücklicheren Mann als ihn in dem malerischen Ort Sunny Valley, als Marlene zustimmte, seine Frau zu werden, und ihm um den Hals fiel.

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Nur, dass sie seinen Familiennamen, der ihm schon seit Generationen vererbt worden war und für Tüchtigkeit, Ordnung und Ehrgeiz stand, so wurde es ihm jedenfalls von seiner Mutter vermittelt, nicht tragen wollte, versetzte ihm doch einen Stich. Aber er wollte nicht klagen und freute sich seines Glückes.

Während seine Marlene sich ihr Hochzeitskleid in Anni’s exklusiver Boutique kaufte und es sich dann in Simmamis Meshstübchen exakt nach ihren Maßen anpassen ließ, kramte er den schönen und noch wirklich tadellosen Anzug seines inzwischen verstorbenen Vaters aus dem Kleiderschrank, der ihm wie angegossen passte.

Die Hochzeitsfeier war ein Traum. Am liebsten hätte Hannes die Zeit angehalten; er konnte sein Glück kaum fassen. Und die Freude, die er in Marlenes Gesicht sah, als diese ihre besten Freundinnen Doreen, Norie und Sandy begrüßte, welche extra aus ihrer Wahlheimatstadt Paris Simscity, zu ihrer Hochzeitfeier angereist waren, war unbeschreiblich.

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Als sie erfuhr, dass ihre Eltern zu ihrem großen Tag nicht kommen konnten, weil ihre Mutter nach Sims Morbuscity fliegen musste, um eine komplizierte und lebensrettende Lobotomie durchzuführen und ihr Vater mal wieder im All unterwegs war, meinte er, ein paar kleine Tränchen in ihren tiefblauen Augen entdeckt zu haben. Doch die waren schnell wieder getrocknet ob des großzügigen Geschenkes, das pünktlich zur Hochzeit eintraf. Leider konnte auch sein guter Freund Peter nicht kommen, den er schon aus Kindertagen kannte. Mit seiner Frau ist er indes all die Jahre nicht warm geworden.

Trotz wichtig fehlender Gäste war die Hochzeit wunderschön. Ihre gemeinsamen Tänze wurden von stimmungsvoller Musik und ganz viel Sonnenschein begleitet. Es lag so viel Liebe und Fröhlichkeit in der Luft.

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@Stern der Nacht

Die rote Spur einer Ehe – Kapitel 4

Plötzlich stand Hannes alleine auf der Tanzfläche. ‘Brautentführung’ schoß es ihm durch den Kopf. Aber dann stellte sich heraus, dass seine Liebste mal eben schnell zu einem Protest gegen Verlobungen aufgerufen hatte. Zwar entzog es sich seiner Kenntnis, was sie dazu bewogen hatte, aber eines wusste er, es würde ihm mit seiner Braut nie langweilig werden.

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Küssend begrüßte Hannes seine frisch angetraute Frau, als sie wieder auf der Hochzeitsfeier erschien.

Als die Gäste die Feier verließen, setzte sich Hannes mit Marlene in der lauen Sommernacht nieder und sie entdeckten den großen Bären hell und klar am Sternenhimmel, bevor sie nach Hause gingen.

Aus dem Radio erklang Chopins Spring Waltz und sie tanzten der Liebe entgegen. Ihre Lippen fanden sich, ihre Körper berührten sich. Feine zarte Schweißperlen dekorierten ihre nackte Haut wie Glitzersteinchen als sie miteinander verschmolzen. Nach der Hochzeitsnacht, in der sie sich zum ersten Mal liebten, fühlte sich Hannes wie ein preisgekrönter Vulkantänzer.

Es gab noch viele solcher innigen Nächte und Hannes fühlte sich nicht nur körperlich mit ihr verbunden, sondern vor allem tief in seinem Herzen.

Entgegen seiner Gewohnheit das Bett gleich nach dem Aufstehen zu machen, ließ er es so, wie es war. Zerwühlt! Zerwühlt, von den Spuren, die eine weitere Liebesnacht hinterlassen hatte, aus Angst der Abdruck ihres schönen Körpers könnte verloren gehen und der Duft ihres nach zarten Veilchen riechenden Körpers könnte entfliehen, obgleich er wusste, dass er sie in wenigen Stunden wiedersehen würde, wenn sie von ihrem Jogging zurückkommen würde.

Vor zwei Tagen erst waren sie von ihrer Hochzeitsreise zurück gekommen. Hannes wollte eigentlich mit seiner frisch angetrauten Braut zu den 200 Km entfernten Ort nach Waldbergenhausen reisen. Schließlich kannte er sich dort gut aus, denn seine Eltern sind mit ihm und seinem Bruder regelmäßig in den Sommerferien dorthin gefahren. Die Familie hatte dort immer viel zusammen an den schönen Bergseen geangelt und die Luft war gefüllt mit frischen, hölzernen Fichten, Kiefern und Lärchen.

Zu seiner Verwunderung konnte er Marlene aber überhaupt nicht dafür begeistern. Sie wollte unbedingt nach Cape de la Sol. Und weil ihre Eltern ihnen die Hochzeitreise mit allem drum und dran spendierten, flogen sie in die Ferne. Hannes musste zugeben, dass er diese Entscheidung niemals bereuen würde. Der Urlaub war traumhaft gewesen.

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 @Stern der Nacht

 

 

Die rote Spur einer Ehe – Kapitel 5

Er meinte, noch die warme Sonne zu spüren und das Salz auf ihrer Haut zu schmecken, wenn er sie liebkoste. So ausgelassen und unbeschwert wie in dieser einzigartigen Woche, hatte er sich das letzte Mal gefühlt, als er zwölf Jahre alt gewesen war und mit seiner Schulklasse an einem Abenteuer Ausflug am Wochenende teilnehmen durfte.

Er hatte mit Marlene in Cape de la Sol so viel erlebt. Gemeinsam hatten sie den Ort erkundet und ausgedehnte Spaziergänge an den frühen Abenden gemacht. Oft blieb er andächtig stehen, wenn er eine unbekannte Pflanze entdeckte, und schaute sie sich ganz genau an. Sie hatten immer vorzüglich gespeist und exotische Fruchtdrinks geschlürft.

Zusammen mit Marlene war er im Meer schwimmen, ganz weit hinaus. Wobei sich das weit bei ihm auf die Nähe des Strandes bezog, dessen feiner, weißer Sand angenehm unter den Füßen zu fühlen war. Hand in Hand sind sie aus dem Meer gelaufen, sobald sie wieder Boden unter den Füßen hatten, und dann übermütig wie zwei Kinder am Strand entlang gelaufen.

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Hannes steckte noch inmitten des schönen und erholsamen Urlaubsflair, und auch Marlene war so guter Laune, dass sie ausgelassen in der Wohnung tanzte, während er es sich mit einem Buch auf der Couch gemütlich machte.

Wie ausgelassen sie war, merkte er als er am nächsten Tag von einem Treffen mit wichtigen Kunden zurück gekommen war und das Häuschen völlig verändert aussah, so dass er überhaupt nicht meckerte, als Marlene unmittelbar nach ihrer Heimkehr das Wohnzimmer mit anderen Bildern schmückte, bunte Kissen auf die Couch platzierte, und hier und da ein Blümchen auf die Tische stellte.

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Doch als er das Schlafzimmer betrat, traf ihm fast der Schlag. Marlene hatte doch tatsächlich das Bild von seiner Mutter, welches über das Bett hing, abgehängt. Was hatte sie denn bloß gegen das Bild?’ fragte er sich. Seine Mutter war doch eine sehr schöne Frau gewesen und dazu auch noch furchtbar nett.

@Stern der Nacht